Osteopathie ist eine alte ganzheitliche Heilkunde. Die Ursprünge liegen, etwas vor der Zeit unserer bekannten Schulmedizin, in den USA. Durch Fühlen und akribisches Studium der Anatomie versuchte Andrew Taylor Still den Menschen in seiner Ganzheit zu verstehen und mit seinen Händen zu helfen Krankheiten und Beschwerden zu überwinden.

Er wurde durch seine Erfolge recht schnell bekannt und gab sein Wissen auch weiter. Seine Schüler forschten weiter, mit den Händen spürend und mit dem erweiterten Studium der Anatomie versuchten sie herauszufinden, wie genau der Körper des Menschen gebaut ist und warum es zu Beschwerden und Krankheiten kommt.

Konsequent versuchten sie nur mit den Händen dem Körper der Patienten einen Weg aufzuzeigen, sich wieder der Gesundheit zuzuwenden. Da v.a. auch A.T. Still sehr gläubig war, fanden auch Aspekte des Glaubens und der Emotionen einen Weg in die neu entdeckte Heilkunde.

Heute gibt es neben dem Fühlen auch moderne Forschung mit allen technischen Möglichkeiten. Manche der Ideen, die man zu Zeiten Stills nicht belegen konnte, kann man nun mit den genauesten Verfahren darstellen und belegen.

Jeder Osteopath hat ein klein wenig mehr seiner Persönlichkeit in die Art seiner Behandlung hineingelegt. Manche dieser Osteopathen haben ihr Wissen weitergegeben. Nun verfügen wir über viele Techniken und Ideen, um dem Menschen in seiner Gesamtheit wieder zu mehr Wohlbefinden zu verhelfen oder bestenfalls Krankheiten zu überwinden.

Die Grundideen sind aber noch die selben wie vor hundert Jahren:
Der Körper und die Seele bilden eine Einheit. Ist ein Anteil, mag er noch so klein sein, gestört, wird der Körper in seinem Bestreben die Balance und Gesundheit beizubehalten oder wiederherzustellen es an anderer Stelle kompensieren wollen.

Dafür ist unser Körper hervorragend geeignet. Er ist in der Lage viele kleine und große Störungen zu kompensieren. Allerdings nur so lange, bis kein weiterer Weg der Kompensation mehr übrig bleibt. Das Fass ist sprichwörtlich voll. Kommt dann erneut eine Störung des Gleichgewichtes hinzu, kann der Körper nicht mehr kompensieren und die Beschwerden manifestieren sich.

Manchmal anfangs unbemerkt, manchmal mit einem Paukenschlag. Das Fass läuft sprichwörtlich über. An jeder Stelle dieses Prozesses ( also auch prophylaktisch bevor Beschwerden deutlich werden) kann der Osteopath mit seinen Händen versuchen die Kompensationen, die üblicherweise in Ketten aufgebaut sind, aufzufinden und dem Körper zu helfen, einen anderen Weg zu finden zu kompensieren. Oder diese Art der Behandlung kann helfen, die Störung an sich zu verbessern oder aufzulösen.

Haupteinsatzgebiet der Osteopathie sind funktionelle Beschwerden. Behandelt wird vom Baby bis zum Greis. Egal ob Sportler oder Schreibtischtäter. Da auch die Psyche und die Emotionen Teil des Patienten sind, sollte man auch diese Anteile als jeweils möglichen Auslöser für Beschwerden betrachten. Aus diesem Grund finden auch die nicht körperlichen Aspekte starke Beachtung. Techniken aus der Gesprächsführung und Psychologie erleichtern dabei den Zugang zum Patienten.

In Deutschland üblich und als sinnvoll und verantwortungsbewusst beurteilte Möglichkeiten der Ausübung der Osteopathie als Heilkunde ist Ärzten und Heilpraktikern vorbehalten. Die Ausbildung sollte nach den BAO-Kriterien an anerkannten Akademien/Schulen erfolgen und dauert zwischen 4 und 6 Jahren.